Du willst wissen, was die Schufa über dich gespeichert hat, bevor du mit einer Bank sprichst? Das ist ein kluger erster Schritt. Die Auskunft über deine Daten ist kostenlos. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO beantragst, worin sie sich von der bezahlten BonitätsAuskunft unterscheidet, wie du die Auskunft liest und was du tust, wenn etwas nicht stimmt.
Kurz erklärt
- Die Schufa-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist kostenlos, wenn du sie direkt bei der Schufa beantragst (Quelle: Art. 15 Abs. 3 DSGVO; bankdaten.de, abgerufen 10/2026).
- Du brauchst dafür deine persönlichen Daten und eine Ausweiskopie. Die Antwort kommt per Post, oft nach etwa zwei Wochen, spätestens aber innerhalb eines Monats (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026; Art. 12 Abs. 3 DSGVO).
- Die Anfrage nach deinen eigenen Daten wirkt sich nicht auf deinen Score aus (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026).
- Falsche, veraltete oder unvollständige Einträge musst du nicht hinnehmen: Du kannst Korrektur oder Löschung verlangen (Quelle: Art. 16 und 17 DSGVO).
- Für deine Baufinanzierung ist die Datenkopie die ehrlichste Grundlage, weil du vor dem Bankgespräch weißt, was die Bank sehen kann.
Was ist die kostenlose Datenkopie?
Die Datenkopie ist deine persönliche Auskunft über alle Daten, die die Schufa zu dir speichert. Sie steht dir nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu und kostet nichts.
Du bekommst darin die gespeicherten Daten und, soweit vorhanden, die Angabe, woher die Daten stammen (Quelle: Art. 15 Abs. 1 DSGVO). Die erste Kopie ist gesetzlich kostenlos. Für weitere Kopien und bei offenkundig exzessiven, häufig wiederholten Anträgen darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden (Quelle: Art. 12 Abs. 5 und Art. 15 Abs. 3 DSGVO). Die Anfrage selbst wirkt sich nicht auf deinen Score aus (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026).

Begriffe kurz erklärt
- Datenkopie
- Deine kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO mit allen gespeicherten Einzeldaten.
- BonitätsAuskunft
- Eine kostenpflichtige Kurzübersicht, die du Dritten zeigen kannst, zum Beispiel einem Vermieter.
- Score
- Ein Punktwert, der einschätzt, wie zuverlässig du Verpflichtungen erfüllst. Wie er sich zusammensetzt, erklären wir im Beitrag Schufa-Score verbessern.
- Negativmerkmal
- Ein Eintrag zu einer Zahlungsstörung, zum Beispiel nach Mahnung und Inkasso.
- Berichtigung
- Dein Recht, falsche oder unvollständige Daten korrigieren zu lassen.
Wie beantragst du die Datenkopie Schritt für Schritt?
Du beantragst sie direkt bei der Schufa, online oder schriftlich. Rechne mit bis zu einem Monat Wartezeit und beginne deshalb früh.
- Offizielle Seite aufrufen. Die Datenkopie beantragst du direkt bei der Schufa über meineschufa.de.
- Antrag ausfüllen. Du gibst deine persönlichen Daten an, zum Beispiel Name, Geburtsdatum und aktuelle Adresse. Gib auch frühere Adressen an, wenn du in den letzten Jahren umgezogen bist.
- Ausweis hochladen. Du brauchst eine gut lesbare Kopie deines Personalausweises, Reisepasses oder Aufenthaltstitels, Vorder- und Rückseite (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026).
- Abschicken und warten. Die Datenkopie kommt in der Regel per Post, oft nach etwa zwei Wochen (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026). Gesetzlich muss die Auskunft spätestens innerhalb eines Monats kommen, in komplexen Fällen ist eine Verlängerung möglich (Quelle: Art. 12 Abs. 3 DSGVO).
Vorsicht vor Gebühren: Manche Dienste verlangen Geld dafür, den Antrag für dich zu stellen (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026). Das brauchst du nicht. Wenn du direkt bei der Schufa beantragst, ist die Datenkopie kostenlos. Mehr zu Maschen, auf die du nicht hereinfallen musst, findest du auf der Seite Seriöse Hilfe statt Abzocke.
Das legst du vorher bereit
- Ausweis oder Reisepass (Vorder- und Rückseite, gut lesbar)
- Eine Liste aller Adressen der letzten Jahre mit Einzugsdatum
- Eine Übersicht deiner Verträge: Girokonto, Kreditkarten, Ratenkredite, Handy- und Internetverträge
- Belege über bezahlte Rechnungen, falls du früher Mahnungen hattest
- Stift und Markierer: Du wirst die Auskunft Zeile für Zeile durchgehen
Was ist neu seit 2026: der Schufa-Account?
Seit dem 17. März 2026 kannst du deinen Schufa-Score auch online einsehen. Dafür gibt es einen kostenlosen Schufa-Account, in dem du nachlesen kannst, was deinen Score beeinflusst (Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, abgerufen 10/2026; ADAC, abgerufen 10/2026).
Die Datenkopie bleibt trotzdem sinnvoll, weil sie alle gespeicherten Einzeldaten zeigt. Richte den Account und die Datenkopie am besten beide ein.
Datenkopie oder BonitätsAuskunft: Was ist der Unterschied?
Die Datenkopie ist kostenlos und zeigt alles. Die BonitätsAuskunft ist kostenpflichtig und zeigt nur eine kurze Übersicht.
| Datenkopie (Art. 15 DSGVO) | BonitätsAuskunft | |
|---|---|---|
| Kosten | Kostenlos | Kostenpflichtig (laut bankdaten.de 29,95 Euro, abgerufen 10/2026) |
| Inhalt | Alle gespeicherten Daten, Score, Datenquellen | Kurze Übersicht deiner Zuverlässigkeit, ohne persönliche Details |
| Wofür? | Selbst prüfen, Fehler finden | Zum Vorzeigen, zum Beispiel bei Wohnungsbewerbungen |
| Wer sieht sie? | Nur du | Der Empfänger, dem du sie gibst |
Die BonitätsAuskunft ist vor allem zum Vorzeigen beim Vermieter gedacht (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026). Für deinen Überblick vor einer Baufinanzierung reicht die Datenkopie.
Wie liest du deine Datenkopie?
Gehe die Auskunft in Ruhe durch, am besten mit einem Stift. Es geht nicht darum, jede Zeile zu verstehen, sondern darum, Abweichungen zu finden.
- Persönliche Daten: Stimmen Name, Geburtsdatum und Adressen?
- Verträge: Sind Konten, Kredite oder Karten aufgeführt, die du gar nicht kennst oder längst beendet hast?
- Negativmerkmale: Gibt es Einträge zu Zahlungsstörungen? Sind sie als „erledigt“ markiert, wenn du bezahlt hast?
- Datum: Wie alt ist der Eintrag? Wann läuft er aus? Die Fristen findest du im Beitrag Schufa-Eintrag: Löschfristen.
- Anfragen: Wer hat in den letzten zwölf Monaten Daten über dich abgefragt? Kreditanfragen bleiben zwölf Monate gespeichert (Quelle: Check24-Ratgeber Schufa-Löschfristen, abgerufen 10/2026).
Typische Fehler und wie du sie erkennst
Bei der Prüfung stoßen viele auf dieselben Dinge. Ein Kredit ist längst abbezahlt, steht aber noch als laufend da. Ein Handyvertrag taucht doppelt auf. Eine alte Adresse wird dir zugeordnet, obwohl du dort nie gewohnt hast. Oder ein Eintrag gehört einer Person mit ähnlichem Namen. Solche Verwechslungen sind ärgerlich, aber korrigierbar. Mach dir Notizen mit Datum, Vertragsnummer und dem meldenden Unternehmen. Je genauer du bist, desto schneller lässt sich der Fall klären.

Wie lässt du Fehler korrigieren?
Falsche Daten musst du nicht hinnehmen: Du hast ein Recht auf Berichtigung und, wenn die Voraussetzungen vorliegen, auf Löschung (Quelle: Art. 16 und 17 DSGVO). So gehst du vor:
- Schreibe der Schufa und nenne den falschen Eintrag genau. Berufe dich auf dein Recht auf Berichtigung nach der DSGVO.
- Lege Belege bei, zum Beispiel Zahlungsbestätigungen, eine Bestätigung des Gläubigers oder Kündigungsschreiben.
- Wende dich zusätzlich an das Unternehmen, das den Eintrag gemeldet hat. Es muss die Meldung korrigieren oder zurücknehmen.
- Hake nach. Prüfe nach einigen Wochen mit einer neuen Auskunft, ob der Fehler verschwunden ist.
Hebe alle Schreiben auf und notiere dir das Versanddatum. Wenn du eine Frist setzt, sind zwei bis vier Wochen üblich. Bleibt die Antwort aus, kannst du dich an die Verbraucherzentrale oder eine Schuldnerberatung wenden.
Wenn der Eintrag zwar richtig ist, du aber bezahlt hast, ist er nicht automatisch weg. Der Bundesgerichtshof hat im Dezember 2025 entschieden, dass die Schufa Zahlungsstörungen grundsätzlich bis zu drei Jahre nach Erledigung speichern darf (Quelle: LTO, 12/2025). Mehr dazu im Löschfristen-Beitrag.
Beispiel (fiktiv): Dein Zeitplan bis zur Anfrage
So könnte ein realistischer Ablauf aussehen. Alle Zeiträume sind angenommen und hängen von deinem Fall ab.
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Woche 0 | Du beantragst die Datenkopie direkt bei der Schufa und richtest den Schufa-Account ein. |
| Woche 2 bis 4 | Die Datenkopie kommt per Post. Du markierst Fehler und offene Posten. |
| Woche 4 bis 5 | Du schreibst Schufa und meldendes Unternehmen an und legst Belege bei. |
| Woche 6 bis 10 | Du wartest die Antwort ab und bezahlst, falls nötig, offene Forderungen. |
| Woche 10 bis 12 | Du prüfst per neuer Auskunft, ob alles korrigiert wurde. |
| Danach | Du rechnest dein Budget durch und stellst deine Anfrage. |
Was bedeutet ein Eintrag für deine Baufinanzierung?
Ein Eintrag bedeutet nicht automatisch ein Nein. Es kommt auf den Einzelfall an: Art und Alter des Eintrags, ob er erledigt ist, deine Haushaltsrechnung, dein Eigenkapital und die Bank. Eine Zusage können wir dir nicht versprechen.
Aber mit einer sauberen Datengrundlage gehst du gut vorbereitet ins Gespräch. Wie die Bank deine Zahlen bewertet, liest du im Beitrag Haushaltsrechnung der Bank, eine eigene Rechnung machst du mit dem Budgetrechner. Mehr zum Thema auf der Seite Baufinanzierung trotz Schufa.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
- Für den Antrag bezahlen. Die Datenkopie ist direkt bei der Schufa kostenlos.
- Frühere Adressen weglassen. Dann kann die Auskunft unvollständig sein.
- Nur auf den Score schauen. Die Einzeldaten sind aussagekräftiger.
- Belege wegwerfen. Quittungen und Bestätigungen brauchst du für jede Korrektur.
- Ohne Prüfung zur Bank gehen. Wer seine Daten nicht kennt, wird von der Bank überrascht.
- Auf „Schufa-Löschung gegen Gebühr“ hereinfallen. Richtige Einträge lassen sich nicht einfach löschen.
Häufige Fragen
Schadet die Datenkopie meinem Score?
Nein. Die Anforderung der eigenen Daten wirkt sich nicht auf den Score aus (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026).
Wie oft darf ich die Datenkopie anfordern?
Du kannst sie jederzeit anfordern. Die erste Kopie ist gesetzlich kostenlos. Für weitere Kopien oder bei exzessiv häufigen Anträgen darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden (Quelle: Art. 12 Abs. 5 und Art. 15 Abs. 3 DSGVO).
Muss ich für die Datenkopie bezahlen?
Nein, wenn du sie direkt bei der Schufa beantragst. Zahle nicht für Dienste, die den Antrag lediglich für dich weiterleiten.
Wie lange dauert es, bis ich die Auskunft bekomme?
Oft etwa zwei Wochen, spätestens einen Monat, meist per Post (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026; Art. 12 Abs. 3 DSGVO). Beantrage sie also früh, bevor du ein Objekt besichtigst oder einen Kaufvertrag unterschreibst.
Was ist, wenn ich einen falschen Eintrag finde?
Fordere schriftlich die Korrektur oder Löschung, lege Belege bei und informiere auch das meldende Unternehmen. Prüfe nach einigen Wochen, ob der Fehler verschwunden ist.
Welche Unterlagen brauche ich für den Antrag?
Deine persönlichen Daten, frühere Adressen und eine Kopie von Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel (Quelle: bankdaten.de, abgerufen 10/2026).
Kann ich die Datenkopie auch für andere Zwecke nutzen, zum Beispiel für den Vermieter?
Dafür ist sie nicht gedacht. Für Dritte gibt es die kostenpflichtige BonitätsAuskunft. Die Datenkopie zeigt viel mehr Details, die du nicht weitergeben musst.
Du weißt jetzt, was gespeichert ist. Wie geht es weiter? Schildere uns kurz deine Situation. Wir leiten deine Anfrage an genau einen Finanzierungsspezialisten weiter, der Fälle mit Schufa-Eintrag kennt. Das ist kostenlos und unverbindlich. Seriöse Vermittler verlangen keine Vorkosten. Wie das abläuft, steht auf der Seite So funktioniert’s.
Quellen:
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 12, 15, 16 und 17 DSGVO (dsgvo-gesetz.de), abgerufen 10/2026
- bankdaten.de: Schufa-Auskunft kostenlos beantragen, Kosten und Dauer (bankdaten.de), abgerufen 10/2026
- Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Neuer Schufa-Score, die wichtigsten Infos (verbraucherzentrale-bawue.de), abgerufen 10/2026
- ADAC: SCHUFA-Score 2026 (adac.de), abgerufen 10/2026
- Check24: Schufa-Löschfristen (check24.de), abgerufen 10/2026
- LTO: BGH bestätigt Schufa-Praxis bei Datenspeicherung, Urteil vom 18.12.2025, I ZR 97/25 (lto.de)
Stand: 01.10.2026