Bausparvertrag als Eigenkapital nutzen: So funktioniert es

Drei Wege statt einem: Wie du Guthaben, Bauspardarlehen und Vertrag einsetzt – und wann ein alter Vertrag teurer ist als die Bank nebenan.

Ein Bausparvertrag hilft bei der Finanzierung auf drei verschiedene Arten – und die meisten kennen nur eine davon. Neben dem naheliegenden Weg, das Guthaben als Eigenkapital einzubringen, kannst du das Bauspardarlehen als Nachrangdarlehen einbinden oder den Vertrag zur späteren Umschuldung nutzen. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob dein Vertrag zuteilungsreif ist.

Kurz gesagt: Das angesparte Guthaben zählt bei jeder Bank als vollwertiges Eigenkapital – auch wenn der Vertrag noch nicht zugeteilt ist. Beim Bauspardarlehen wird es komplizierter: Es ist Fremdkapital, kann aber als Nachrangdarlehen den Beleihungsauslauf des Hauptdarlehens senken.

Die drei Wege

Weg Voraussetzung Wirkung
Guthaben auflösenjederzeit möglichvolles Eigenkapital
Guthaben + BauspardarlehenVertrag zuteilungsreifsenkt Bankdarlehen deutlich
Vertrag stehen lassenspätere Anschlussfinanzierung gesichert

Weg 1: Nur das Guthaben

Der einfachste Fall. Du kündigst den Vertrag oder löst ihn auf, das Guthaben fließt in die Finanzierung. Banken akzeptieren es ohne Weiteres als Eigenkapital – ein Kontoauszug der Bausparkasse genügt als Nachweis.

Wichtig: Achte auf Kündigungsfristen. Sie betragen häufig drei Monate. Wer erst beim Notartermin daran denkt, hat ein Timing-Problem. Und prüfe, ob durch die Kündigung staatliche Förderung verloren geht – bei Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage gelten Bindungsfristen.

Weg 2: Guthaben plus Bauspardarlehen

Bei einem zuteilungsreifen Vertrag wird es interessant. Ein Beispiel mit 100.000 Euro Bausparsumme, davon 45.000 Euro angespart:

  • Kaufpreis: 400.000 € plus 48.000 € Nebenkosten
  • Bausparguthaben als Eigenkapital: 45.000 €
  • Weiteres Eigenkapital: 40.000 €
  • Bauspardarlehen: 55.000 € (nachrangig)
  • Bankdarlehen: nur noch 308.000 € statt 363.000 €

Der Effekt: Das Bankdarlehen sinkt und damit der Beleihungsauslauf – möglicherweise unter eine Zinsschwelle. Die Bank muss dem Nachrang allerdings zustimmen, und das Bauspardarlehen hat meist eine kürzere Laufzeit mit entsprechend höherer Rate. Beides gehört vorher geklärt.

Bausparguthaben als Eigenkapital in die Finanzierung einbringen
Bausparguthaben als Eigenkapital in die Finanzierung einbringen
Erst rechnen: Ein Bauspardarlehen aus einem alten Vertrag kann teurer sein als heutige Bankkonditionen – vor allem wenn der Vertrag aus einer Hochzinsphase stammt. Vergleiche den vereinbarten Bausparzins mit dem aktuellen Marktzins. Ist er höher, nimm nur das Guthaben und finanziere den Rest normal.

Weg 3: Für später aufheben

Der oft übersehene Weg. Wenn dein Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist und du genug anderes Eigenkapital hast, kannst du ihn weiterlaufen lassen – und ihn später für die Anschlussfinanzierung oder eine Modernisierung nutzen.

Das ist besonders attraktiv, weil das Bauspardarlehen dann als zweites Grundpfandrecht eingetragen werden kann – oder bei kleineren Modernisierungen sogar ohne Grundschuld auskommt. Du sicherst dir damit heute einen Zins für einen Bedarf, der erst in zehn Jahren entsteht.

Was Banken dazu wissen wollen

  1. Aktueller Kontostand der Bausparkasse
  2. Zuteilungstermin – tatsächlich oder voraussichtlich
  3. Konditionen des Bauspardarlehens: Zins, Laufzeit, Rate
  4. Bindungen: Läuft staatliche Förderung mit Sperrfristen?

Bringe diese Unterlagen gleich zum ersten Gespräch mit. Ein Bausparvertrag, der erst später erwähnt wird, führt zu Nachforderungen und verzögert die Zusage.

Bausparvertrag richtig einsetzen

Stelle jetzt kostenlos und unverbindlich deine Anfrage. Ein erfahrener Finanzierungsexperte aus dem Netzwerk prüft, welcher der drei Wege sich für dich rechnet.

Jetzt kostenlos anfragen

BauFiPro berät nicht selbst, sondern leitet deine Anfrage an Experten mit Vermittlererlaubnis weiter.

Häufige Fragen

Zählt ein nicht zugeteilter Vertrag?

Das angesparte Guthaben ja, in voller Höhe. Das Bauspardarlehen steht dagegen erst mit der Zuteilung zur Verfügung.

Verliere ich Förderung, wenn ich kündige?

Möglich. Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage sind an Bindungsfristen und wohnwirtschaftliche Verwendung geknüpft – prüfe das vor der Kündigung.

Ist ein Bauspardarlehen günstiger als ein Bankdarlehen?

Nicht automatisch. Bei alten Verträgen aus Hochzinsphasen kann es teurer sein. Vergleiche den vereinbarten Zins mit dem aktuellen Marktzins.

Muss die Bank dem Nachrang zustimmen?

Ja. Sie steht dann im Grundbuch vor der Bausparkasse. Die meisten Banken akzeptieren das, es sollte aber vorab geklärt werden.

Weiterlesen: Bausparvertrag verstehen · Eigenkapital ersetzen · Kündigen oder behalten?