Ein Bausparvertrag ist kein Sparprodukt mit Zinsen, sondern eine Wette auf steigende Zinsen. Du verzichtest heute auf Rendite, um dir dafür den Darlehenszins für die Zukunft zu sichern. Ob das aufgeht, hängt an einer einzigen Frage: Liegen die Bauzinsen in acht bis zwölf Jahren über dem heute vereinbarten Satz? Dieser Ratgeber erklärt die Mechanik und sagt ehrlich, für wen sie funktioniert.
Die drei Phasen
| Phase | Was passiert | Dauer |
|---|---|---|
| Ansparphase | du zahlst monatlich ein, niedrige Guthabenzinsen | 7–12 Jahre |
| Zuteilung | Mindestguthaben und Bewertungszahl erreicht | Stichtag |
| Darlehensphase | du bekommst den Restbetrag zum vereinbarten Zins | 10–15 Jahre |
Der Begriff, der dabei am häufigsten für Verwirrung sorgt, ist die Bewertungszahl. Sie misst, wie lange dein Geld schon im Vertrag arbeitet – nicht nur wie viel. Zwei Verträge mit gleichem Guthaben können deshalb unterschiedlich schnell zuteilungsreif werden. Wer den Vertrag früh bespart, kommt früher dran.
Die ehrliche Rechnung
Der Bausparvertrag kostet dich in der Ansparphase Rendite: Der Guthabenzins liegt meist unter dem, was Tagesgeld oder Festgeld bringen, dazu kommt eine Abschlussgebühr von typischerweise 1 bis 1,6 % der Bausparsumme. Bei 100.000 Euro Bausparsumme sind das 1.000 bis 1.600 Euro, die sofort abgehen.
Dafür bekommst du ein Darlehen zu einem Zins, der heute feststeht. Die Rechnung geht auf, wenn die Bauzinsen bis zur Zuteilung deutlich steigen. Bleiben sie gleich oder fallen sie, hast du Rendite verschenkt und Gebühren gezahlt – für nichts.

Für wen es funktioniert
Passend: Wenn du in etwa acht bis zwölf Jahren sicher finanzieren willst und steigende Zinsen erwartest. Wenn du vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber bekommst und die Arbeitnehmersparzulage mitnehmen kannst. Wenn du eine spätere Modernisierung planst – dafür sind Bauspardarlehen oft die günstigste Quelle, weil keine neue Grundschuld nötig ist.
Nicht passend: Wenn du kurzfristig kaufen willst – die Ansparphase ist dann nur ein Hindernis. Wenn du flexibel bleiben musst. Oder wenn du das Geld schlicht anlegen willst, ohne Finanzierungsabsicht.
Worauf du beim Vergleich achtest
- Abschlussgebühr: 1 bis 1,6 % der Bausparsumme – der größte Einzelposten
- Guthaben- und Darlehenszins: beide stehen von Anfang an fest
- Mindestansparsumme: meist 40 bis 50 % der Bausparsumme
- Regelsparbeitrag: wie viel du monatlich einzahlen musst
- Tilgungsdauer in der Darlehensphase – kürzer heißt höhere Rate
- Kontoführungsgebühren – laufende Kosten, die oft übersehen werden
Wichtig: Die Bausparsumme ist nicht das, was du ansparst, sondern Guthaben plus Darlehen zusammen. Sie bestimmt die Abschlussgebühr – eine zu hoch gewählte Summe kostet also unnötig Geld.
Wie du das Guthaben später einsetzt, steht unter Bausparvertrag als Eigenkapital. Was bei Zuteilungsreife zu entscheiden ist, klärt Kündigen oder weiterführen?
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Häufige Fragen
Wann ist mein Vertrag zuteilungsreif?
Wenn Mindestguthaben und Bewertungszahl erreicht sind – meist nach sieben bis zwölf Jahren. Die Bewertungszahl berücksichtigt auch, wie lange das Geld schon im Vertrag liegt.
Muss ich das Darlehen abrufen?
Nein. Du kannst auch nur das Guthaben nehmen und auf das Darlehen verzichten – dann hast du allerdings die Gegenleistung für die Gebühren nicht genutzt.
Wofür darf ich das Geld verwenden?
Für wohnwirtschaftliche Zwecke: Kauf, Bau, Modernisierung, Umschuldung eines Immobiliendarlehens. Bei staatlicher Förderung gelten zusätzliche Bindungen.
Lohnt sich Bausparen bei niedrigen Zinsen?
Als Zinssicherung ja, wenn du in einigen Jahren sicher finanzieren willst. Als reine Geldanlage nicht – dafür ist der Guthabenzins zu niedrig.
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